ANFÄLLIGE MENSCHEN

Ein und dasselbe Bakterium kann unterschiedliche gesundheitliche Folgen haben, je nach Anfälligkeit der betroffenen Person. Wer sollte vor allem geschützt werden?
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Die Ernsthaftigkeit der Auswirkung einer bakteriellen Infektion auf die Gesundheit hängt vom Immunsystem jedes einzelnen ab sowie von bestimmten erschwerenden Faktoren. Deshalb sind ältere Menschen, immunsupprimierte Menschen, Personen in der Genesungsphase, kleine Kinder mit noch unreifem Immunsystem sowie Raucher anfälliger für das Risiko. Wenn solche Menschen in einem Haushalt wohnen, dann ist verstärkte Überwachung der Wasserversorgung und der unterschiedlichen Installationen angezeigt. Bestimmte Bakterien wie Legionellen oder coliforme Bakterien (darunter E. coli) können schwere Infektionen hervorrufen, deren Mortalitätsrate bei diesen Personengruppen bei bis zu 50 % liegen kann.
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Menschen unter Immunsuppression

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Legionellen

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Coliforme Bakterien

Das Immunsystem ist die einzige Verteidigungswaffe des menschlichen Körpers gegen Angriffe von Bakterien. Im Allgemeinen ist es sehr leistungsfähig und kann die meisten Infektionen abwehren. Im Falle einer genetischen oder sekundären (d.h. durch eine Erkrankung hervorgerufenen) Immunschwäche dagegen kann eine Infektion, die bei jemand anderem gutartig wäre, sehr ernsthaft werden und die Lebenserwartung verringern. Betroffen sind: Personen, die mit Immunsuppressiva oder Krebsmedikamenten behandelt werden, Personen mit einer Infektion mit HIV, Cytomegalovirus, Hepatitis B oder Tuberkulose, Krebspatienten (Leukämie, Lymphome oder jede andere Krebsform) oder auch Menschen, deren Milz entfernt wurde, oder die eine Organtransplantation erhalten haben.
Für die Legionellose weiß man heute, dass ein Immundefizit in fast 20 % der Fälle ein verschlimmernder Faktor ist.*

* https://www.santepubliquefrance.fr/maladies-et-traumatismes/maladies-et-infections-respiratoires/legionellose/articles/bilan-des-cas-de-legionellose-survenus-en-france-en-2018

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Ältere Menschen

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Legionellen

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Coliforme Bakterien

Mit dem Alter wird das Immunsystem schwächer. Ältere Menschen sind daher einem größeren Infektionsrisiko durch Bakterien ausgesetzt als junge Menschen. Aus diesem Grund sind Seniorenheime Orte mit großem Risiko für die Bewohner, die eher eine schwere Form der Infektion bekommen, sei es nun mit Legionellen oder coliformen Bakterien (darunter E. coli).

Spezifisch für die Legionellose zeigen Studien, dass die Mortalitätsrate bei älteren Menschen auf bis zu 50 % steigt, im Vergleich zu 10 % für jüngere Menschen.

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Sehr kleine Kinder

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Legionellen

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Coliforme Bakterien

Kleine Kinder haben ein noch nicht ausgereiftes Immunsystem, das sich nicht richtig gegen bakterielle Angriffe wehren kann. Sie sind empfindlicher, aber sie nehmen auch häufiger die Hand in den Mund, und so brauchen sie große Vorsicht und verschärfte Hygienemaßnahmen, insbesondere gegen fäkale Kontaminationen durch coliforme Bakterien (darunter E. coli). Kinder gehen gern schwimmen oder spielen mit Brunnen oder Wasserreservoirs, beispielsweise für Gießwasser für den Garten. Die Kontrolle des Wassers solcher Installationen, wenn kleine Kinder da sind, ist eine unerlässliche präventive Maßnahme für ihre Sicherheit.

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Menschen mit medizinischer Vorbelastung

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Legionellen

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Coliforme Bakterien

Jede Person mit beträchtlicher medizinischer Vorbelastung kann ein bestimmtes Immundefizit haben, entweder allgemein oder im spezifischen betroffenen Bereich.

Beispielsweise ist eine Person mit chronischer Atemwegserkrankung stärker dem Risiko ausgesetzt, eine schwere Form der Legionellose zu bekommen, als jemand mit guter Gesundheit.

Ebenso ist ein Mensch mit Morbus Crohn (einer Erkrankung des Verdauungssystems) viel empfindlicher gegen Kontaminationen mit coliformen Bakterien (darunter E. coli) und neigt dazu, eine schwere Form der Infektion zu entwickeln.

Es ist sehr wichtig, insbesondere diese Personen zu schützen, indem die unterschiedlichen Installationen der Wasserversorgung regelmäßig geprüft werden.

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Raucher

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Legionellen

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Coliforme Bakterien

Insbesondere bei Legionellose zeigen Studien, dass Tabakkonsum ein stark verschlimmernder Faktor für die Infektion mit der Krankheit ist. In Frankreich beispielsweise, wo die Krankheit meldepflichtig ist, sind fast 44 % der betroffenen Personen jedes Jahr Raucher. Zu diesem verschlimmernden Faktor kommen noch andere, wie z.B.: das Alter, das Geschlecht (Männer sind stärker betroffen als Frauen), Vorbelastung der Atemwege, Diabetes oder Immunschwäche.

F.A.Q

Welche gesundheitlichen Folgen hat eine bakterielle Kontamination ?

Eine zu starke Bakterienkonzentration im Trinkwasser kann für die Gesundheit gefährlich werden und mehr oder weniger schwere Erkrankungen hervorrufen, je nach Anfälligkeit der betroffenen Person.
Legionellen sind verantwortlich für die Legionärskrankheit oder Legionellose, eine Infektionskrankheit der Atemwege, die in 10-50 % der Fälle tödlich enden kann.

Bakterien aus fäkaler Kontamination, erkennbar am Vorhandensein von coliformen Bakterien (darunter E. coli), können für Infektionen verantwortlich sein, die Magen-Darm-Beschwerden bis hin zur Blutvergiftung hervorrufen können. Diese können schwerwiegende Folgen haben.

Ich oder jemand aus meiner Familie wohnt im Seniorenheim – kann ich das Wasser in dieser Einrichtung kontrollieren?

In bestimmten Ländern müssen öffentliche Einrichtungen und insbesondere Seniorenheime einmal im Jahr ihr Wasser auf Legionellen prüfen. Allerdings wird das nicht immer umgesetzt, und es ist auch absolut nicht ausreichend, wenn man das reelle Risiko betrachtet, das die Bewohner solcher Einrichtungen tragen, die ohnehin schon geschwächt sind. Ältere Menschen bilden eine besonders anfällige Population für das Risiko der Legionellose.

Meine Kinder nutzen die Duschen und Umkleiden in ihrem Sportverein oder ihrer Schule – sind sie sicher?

Je nach Land müssen Schulen und Einrichtungen für Kinder Gesundheitsrisiken kontrollieren. Jedes Jahr vor Schulbeginn sollte besondere Vorsicht herrschen. Die Sommerferien sind eine günstige Phase für die Entwicklung von Bakterien in nicht verwendeten Installationen. Deshalb müssen diese unbedingt bei der Rückkehr nach Hause kontrolliert werden, um die Sicherheit von Kindern und anderen Benutzern zu garantieren.

Was ist im Falle einer Kontamination zu tun?

Das hängt vom Umfang der Kontamination ab, vom verantwortlichen pathogenen Bakterium sowie von dessen Konzentration im Wasser.
Im Falle einer Kontamination mit Legionellen wird empfohlen, Kontakt zum Trinkwasseranbieter aufzunehmen, damit ein Experte sich darum kümmern kann. Dieser führt dann eine thermische Behandlung mit hohen Temperaturen durch und/oder eine chemische Behandlung mit Chlor, um die Bakterien zu eliminieren. Allerdings ist es sehr schwierig Legionellen vollständig zu eliminieren. Rückfälle sind häufig und erfordern eine regelmäßige Überwachung des Wassernetzes, wenn einmal eine Kontamination aufgetreten ist.
Wenn Sie glauben, die Symptome einer Legionellose zu haben (starkes Fieber, Husten, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen …), wenden Sie sich an Ihren Arzt. Je nach Land kann es sein, dass Legionellose eine meldepflichtige Krankheit ist. In Frankreich z.B. zieht eine Legionellose eine medizinische und umwelttechnische Untersuchung durch die regionale Gesundheitsbehörde (Agence Régionale de Santé, ARS) nach sich, um die Kontaminationsquelle zu ermitteln.

Bei einer Kontamination des Trinkwassersystems mit coliformen Bakterien (darunter E. coli) wird empfohlen, das Wasser nicht mehr zum Trinken, Kochen oder Zähneputzen zu verwenden. Man sollte sofort Kontakt zum Trinkwasseranbieter aufnehmen, der einem dann das zu befolgende Protokoll laut Empfehlung der zuständigen Gesundheitsbehörden erklären kann.

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